Der Zeitgeist und ich

Das soll hier keine philosophische Abhandlung über den Zeitgeist werden, eher eine Reflexion meiner Gedanken dazu.
Beginnen möchte ich daher mit einem Augenzwinkern und den Zeilen von Karl-Heinz Söhler aus dem Buch „Es schadet nichts, vergnügt zu sein“:

„Den Zeitgeist laß getrost geschehen
und die Erkenntnis in Dir reifen:
Du brauchst nicht mit der Zeit zu gehen,
nur ist es klug, sie zu begreifen.“

Schon immer hatte ich das Gefühl, nicht in diese Welt, diese Zeit zu gehören.
Ich war anders, passte in keine Schublade.
Das ist noch heute so.

Der „Zeitgeist“ zeigt uns, was modern ist und wie wir uns zu verhalten haben.

Er durchdringt alle Bereiche – Politik, Architektur, Kunst, Musik, Mode und Denkweisen.

Manchmal ist es nicht einfach zu unterscheiden: Was ist mein eigener Wille und was ist Manipulation.

Die Menschen wollen dazugehören, „in“ sein.
Das zeigt sich ganz besonders in der Mode. Wenn ich heute junge Frauen oder Mädchen sehe, dann frage ich mich oft, wann das natürliche Schamgefühl verlorengegangen ist.
Enge Leggins und Tanga-Slip lassen sie wie nackt aussehen.
Es ist nicht so, dass ich Nacktheit als unästhetisch empfinde, doch für mich ist sie etwas Intimes – was ich nicht zur Schau stellen möchte.

Schaue ich mir hingegen Fotos von meinen Eltern oder Schwiegereltern in jungen Jahren an, dann spüre ich eine geistige Resonanz und Schönheit. Diese Kleidung entspricht meinem Ästhetikempfinden.
Die heutige Mode hingegen repräsentiert eine materielle Welt.

Auch in den Bereichen Kunst, Musik und Architektur habe ich oft das Gefühl, dass da die Seele fehlt.
Wenn ich mir zum Beispiel Bilder der alten Dresdener Carolabrücke ansehe, die mit soviel Liebe zum Detail errichtet wurde, und mit der später eingestürzten Brücke vergleiche, dann liegen da Welten dazwischen.

Heute ist für die meisten Menschen das schön, was modern ist. Zeitgeist eben.

Ich möchte nicht mit dem Strom schwimmen, sondern die Quelle suchen. Auch in mir.

Daher ist es mir ein Bedürfnis, dies auch in meiner Kleidung auszudrücken.

Ich habe Sehnsucht nach natürlicher, weiblicher Kleidung aus natürlichen Materialien wie Hanf, Ramie, Baumwolle, Leinen oder Wolle.

Synthetik habe ich weitgehend aus meinem Kleiderschrank verbannt.

Bilder: Pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert